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Neues aus Alanya und der Türkei

Früchte aus Alanya
Vom südtürkischen Alanya aus wollen Landwirte die Lust der Bevölkerung auf exotische Früchte möglichst umweltschonend stillen. Statt diese mit großem Aufwand um die halbe Welt zu fliegen, werden sie gleich vor Ort kultiviert. Die Bedinungen hierfür sind äußerst günstig. Bereits seit einigen Jahren treiben Alanyas Bauern den Anbau exotischer Früchte voran.

Saisonales kochen mit Produkten aus der Region. Das ist nicht nur bei deutschen Gastronomen und Hobbyköchen schon länger Trend. Auch in der Türkei setzen die Verbraucher auf Frische aus dem heimischen Terrain. Auf exotische Früchte müssen sie dabei allerdings nicht verzichten. Die Leckereien aus fernen Ländern werden ganz einfach vor Ort angebaut. In Alanaya klappt das bereits seit einigen Jahren. Und die Bauern dort wollen noch mehr.

Möglich wird der Anbau des ganz und gar nicht heimischen Obstes Dank des besonderen Mikroklimas. Dieses ermöglicht Plantagen, die sich sonst auf fünf verschiedenene Kontinenten finden lassen. In den vergangenen fünf Jahren hätten die Bauern hier 36 meist exotische Fruchtsorten angepflanzt. Mittlerweile wächst hier alles von Papayas bis hin zu Mangos, von Pecan-Nüssen bis hin zu Guaven, Litschis und Ananas.

Auch in Sachen Bananen- und Avocado-Anbau hat sich Alanya mittlerweile einen Namen gemacht. 70 Prozent des Avocado-Bedarfs in der Türkei kann heute über die heimische Produktion gedeckt werden. Die Erzeuger sind optimistisch, dass sich dieses einmalige geographische Potential in den kommenden Jahren weiter ausschöpfen und sich der Verkauf exotischer Früchte in der Türkei sukzessive ausbauen lässt. „Diese Früchte haben einen ökonomischen Wert und wir sind uns sicher, dass sie unsere Produzenten zum Lächeln bringen werden“, zitiert das Blatt Mehmet Rüzgar, Vorsitzender des hiesigen Landwirtschaftsdepartements. Das hier vorherrschende Mikroklima erlaube den Anbau nahezu jeglicher exotischen Obstsorten. Immer wieder würden sich die Bauern daher an neuen Früchten versuchen. Genfood kommt für türkische Verbraucher ohnehin nicht infrage.

Die Landwirte tun gut daran: Nicht selten ist exotisches Obst und importiertes Gemüse stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Zwar ergeben sich durch eine verfrühte Ernte entgegen landläufiger Meinung keine Qualitätsunterschiede bei Geschmack und Vitamingehalt. Doch die Ökobilanz fällt gerade beim Flugtransport bedenklich aus. Wesentlich besser schneidet hier der Wasserweg ab. Auch wenn die Waren dann nicht selten mehrere Wochen unterwegs sind. Insgesamt sollten die türkischen Kunden ihre Augen beim Einkauf jedoch noch stärker offenhalten. Türkische Konsumenten müssen, laut dem Vorsitzenden der Istanbuler Lebensmittelhersteller Vereinigung (İYSAD), Sadık Çelik, eine aktivere Rolle dabei spielen, skrupellose Lebensmittelproduzenten daran zu hindern, bei ihren Produkten zu mogeln.
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